Presse-Erklärung der Werner-und-Elisabeth-Kollath-Stiftung
 

Die Werner-und-Elisabeth-Kollath-Stiftung, Bad Soden/Ts.

feierte am 5. Mai 2004 ihr
20-jähriges Jubiläum


im Schloß Borbeck in Essen mit der

6. Werner-Kollath-Tagung

über Ernährung und Gesundheit mit dem Thema "Mediterrane Kost" in Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin, Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte.

Damit wurde neben dem Jubiläum die Tatsache gefeiert, dass in dieser Klinik, die unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Gustav Dobos steht, die Ernährungslehre Professor Kollath's in der Weiterentwicklung als Ernährungsmedizin in eine erfolgreiche therapeutische Praxis umgesetzt wird.

Die Werner-und-Elisabeth-Kollath-Stiftung wurde vor 20 Jahren von der Witwe Prof. Dr. Werner Kollath's mit dem Ziel gegründet, seine wissenschaftlichen Arbeiten zu erhalten und fortzuführen.



Kollath (1892-1970) war einer der ersten Wissenschaftler, der durch naturwissenschaftliche Beweisführung den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit herausgearbeitet bzw. die Entstehung von Krankheiten durch Mangelernährung bewiesen hat. Seine Forschungen führten zur Formulierung einer Ernährungslehre, die heute unter dem Begriff "Vollwert-Ernährung" breite Anerkennung gefunden hat.

Professor Dobos hat seit über zwanzig Jahren praktische Erfahrungen mit der Ernährungsmedizin gesammelt und sie als Klinikchef in Bad Elster und Essen-Mitte anwenden können.

Seine Professur an der Universität Essen wurde u. a. durch eine Ringvorlesungsreihe als Blockseminar mit dem Thema "Naturheilkunde und Ernährungsmedizin" mit großem Anklang bei den Medizinstudenten vorbereitet, die von der EDEN-STIFTUNG, der Treuhänderin der Werner-und-Elisabeth-Kollath-Stiftung, finanziert wird und auch in Zukunft weiter durchgeführt wird.


Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW überbrachte Gratulation und beste Wünsche von Frau Ministerin Höhn.
Kollath-Forderung: "Laßt unsere Nahrung so natürlich wie möglich" wird für ihn zum Ausgangspunkt für den Qualitätsanspruch des ökologischen Landbaus vom Anbau bis zur Verarbeitung. Dazu kommen Qualitäten aus der ressourcensparenden, umweltschonenden und tiergerechten Wirtschaftsweise sowie soziale und gesellschaftliche Qualitäten. Dr. Griese schildert die wachsende Bedeutung des ökologischen Landbaus, der sich in den letzten 9 Jahren vervierfacht hat, nicht zuletzt dank der intensiven Förderung und vielfältigen Unterstützung durch das Ministerium, wie z.B. den Aktionstagen Öko-Landbau NRW, Leitbetriebsprojekten, Land- und Gartenbauzentren sowie den Versuchsbetrieb für Organischen Landbau Wiesengut von Prof. Dr. Köpke.

Prof. Dr. Ulrich Köpke will Bio-Produkten ein klares Gesicht geben, das bei dem Verbraucher positive innere Bilder weckt von Erhaltung alter Obstsorten, gefährdeten Haustierrassen, Erhöhung der Biodiversität, hin zu Naturschutz und Gestaltung der Landschaft durch biologischen Landbau. Durch Regionalität der Produkte wird eine Nähe des Verbrauchers zu Bio-Produkten und ihren Produzenten hergestellt. Die Preisbildung muss absolut transparent sein und bei der jüngeren Generation muss die Fähigkeit und Bereitschaft zum Selberkochen gefördert werden. Nur dann wird der Verbraucher die frischen originären und authentischen Bioprodukte entdecken und schätzen. Nur dann kann es eine Zukunft des ökologischen Landbaus geben.

Prof. Dr. C. von Schacky von der medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität München vertiefte die Berichte über die gesundheitsfördernde Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine fischreiche Ernährung das Auftreten kardiovaskulärer Krankheiten unwahrscheinlicher macht. Ein niedriger Spiegel wichtiger Omega-3-Fettsäuren in roten Blutkörperchen verzehnfacht die Wahrscheinlich des plötzlichen Herztodes.
Omega-3-Fettsäuren haben segensreiche Wirkungen für Blutgefäße und Herzrhythmen, denn sie sind natürlicher Bestandteil der Zellmembran und für den menschlichen Körper essentiell. Herr Prof. Dr. von Schacky empfiehlt die Einnahme von 850 mg Omega-3-Fettsäuren pro Tag, hält aber auch den Effekt der Verminderung kardiovaskulärer Erkrankungen durch mediterrane Kost für erreichbar.

Prof. Dr. Gustav Dobos von den Kliniken Essen-Mitte, Klinikum für Naturheilverfahren und integrative Medizin, ging bei seinen Ausführungen von der 7-Länder-Studie aus, die das hohe Herzinfarktrisiko von Bewohnern der USA und Finnlands im Vergleich zu Bewohnern Kretas und Japans darstellt. Der Unterschied liegt in der Ernährung begründet. Eine Nahrung mit hohem Anteil an gesunden Fetten, insbesondere Omega-3-Fettsäuren sowie ein geringer Anteil an gesättigten Fettsäuren verringert das Herzinfarktrisiko erheblich. Also sollten Nüsse und Leinsamen sowie fetter Seefisch öfter auf der Speisekarte auftauchen. Daneben sind Gemüse, Hülsenfrüchte und ein Anteil von 5 Portionen Obst/Gemüse täglich wichtig. Genauso wichtig für die Gesundheit ist das Lifestyle-Changing im Sinne der Veränderungen krankmachender Lebensgewohnheiten. Dazu gehört insbesondere die Integration von körperlicher Bewegung in den Alltag, wobei 30 Minuten ein Richtwert ist. Schließlich funktioniert eine umfassende Krankheitsvorbeugung nur, wenn der Mensch ein individuelles Stressmanagement zur Steigerung der Stressresistenz und zum Stressabbau beherrscht. Das alles erfordert ein hohes Maß an Training und ist mit dem Erlernen einer neuen Sprache vergleichbar, kann aber bis zu 60 % aller Herz- und Kreislauferkrankungen verhindern.

Herr Dr. Andreas Michalsen stellt die noch nicht vollständig abgeschlossene randomisierte Studie der Auswirkungen einer intensivierten Lebensstilmodifikation mit mediterraner Kost an 105 Patienten der Klinik für Naturheilverfahren und integrative Medizin dar. Die Studie läuft seit einem Jahr und belegt, dass Herzpatienten durchaus nachhaltig auf einen veränderten Lebensstil mit mediterraner Kost umgestellt werden können mit erheblichen positiven Auswirkungen auf Herzfunktionen, Senkung des Blutdrucks und einer allgemeinen Herabsetzung von Beschwerden sowie einer Verringerung von Medikamentengaben.

Zum Abschluss des wissenschaftlichen Teils brachte die Dipl. Gesundheits- pädagogin Anna Paul von der Klinik für Naturheilverfahren und integrative Medizin Essen-Mitte etwas Bewegung durch Wahrnehmungsübungen in das Auditorium. Sie erklärte ihr Arbeitsgebiet Ordnungstherapie als "Therapie für eine dickere Haut". Erreicht wird dieses Ziel durch intensive Arbeit mit und an den unterschiedlichen Faktoren, die das Leben des Patienten ausmachen mit dem Ziel der Lebensstilveränderung, die es wieder ermöglichen soll, individuelle, biologische und natürliche Rhythmen mit den Rhythmen des Alltagslebens in Einklang zu bringen, damit Heilung geschieht und Gesundheit erhalten wird.


Festliche Höhepunkte der Veranstaltung waren die Verleihung des Werner-Kollath-Preises und die Ehrung einer verdienten Persönlichkeit.


Der mit 6.000 € dotierte Werner-Kollath-Preis 2004 wurde an

Herrn Dr. Jörg Melzer

für seine Promotion "Vollwerternährung zwischen Diätetik, Nationalsozialismus und sozialem Anspruch" verliehen, die u.a. eine intensive Würdigung des Lebens Werner Kollath's in seiner Zeit enthält.





Der Unternehmer, Otto Greither, Bruckmühl, wurde für seine Verdienste um naturnahe Heilweisen, um die Herstellung hochwertiger Naturarzneimittel aus ökologisch angebauten Arzneipflanzen und um eine ökologische Unternehmensführung in einem ganzheitlichen System, das nachhaltige, ökologische und soziale Aspekte verbindet, geehrt. Seine Orientierung ist auch nachhaltig von Prof. Dr. Werner Kollath beeinflusst worden.




Werner-und-Elisabeth-Kollath-Stiftung
Manfred Großmann
 
Eden-Stiftung

 

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